Stille und Yoga

Wenn wir einen Weg zu uns finden möchten, dann ist es sehr gut mit Bewegung zu beginnen. Durch Bewegung aktivieren wir uns, wir produzieren verschiedene Hormone, wir bringen Energie in unseren Körper und wir beginnen ein Gefühl für uns zu Entwickeln. Dieses „Sich Fühlen“ ist ein Schlüssel in der Asana-Praxis und wir können unseren Weg beginnen. Dieser Weg bringt uns aber auch an Grenzen und Grenzerfahrungen. Wenn wir uns Fühlen, dann müssen wir auch Vertrauen in uns entwickeln, Vertrauen die richtigen Entscheidungen im Leben zu treffen und den Mut haben hinter diesen Entscheidungen zu stehen. Wenn ich etwas Fühle und nicht zu mir stehe, dann wird es „Lärm“ geben in meinem Geist. Gedanken werden kreisen und die Folge ist Unruhe. Meist haben die Menschen diese Gefühle nur unbewusst, sie wissen, dass etwas nicht läuft, sie wissen das etwas geändert werden muss, doch man verdrängt diese Dinge und endet in grosser Angst und Sorge. Diese Dinge geschehen oft sehr unkontrolliert. Ängste scheinen wie aus dem „Nichts“ aufzutauchen, doch das ist nicht die ganze Wahrheit. Die Ängste sind schon da und äussern sich durch Gefühle. Wenn wir also diese Gefühle ganz bewusst wahrnehmen können, dann sehen wir was hinter dem Schleier vor sich geht und können agieren anstelle von reagieren. Wir werden immer mehr zum lenker unseres Daseins und müssen uns nicht länger vor Unbewusstem ängstigen. Die Asanas bieten uns im Yoga ein gutes Werkzeug uns zu fühlen und uns zu erleben. Der Sinn dabei ist nicht durch Leistung etwas erreichen zu wollen, ganz im Gegenteil. Es ist die Zeit, die wir für uns haben, eine Zeit in uns zu gehen und zu tun was uns auch Spass macht. Niemand sollte sich in die Asanas quälen. Vielmehr sollten wir auch dort zu uns stehen und schauen was wir tun möchten und was nicht. Es braucht keine komplizierte Asana-Praxis um dies zu tun. Doch leider haben immer noch viele Menschen Angst zu versagen oder etwas Falsches in einer Stunde zu tun oder ganz einfach die Asanas nicht zu können. Das ist sehr schade, denn das ist nicht das Ziel einer Asana-Stunde. Man sollte dort tun was geht und mehr nicht – alles ist ok! Dieser Grundgedanke ist auch bei einer Yogalehrer – Ausbildung sehr wichtig.

Für mich als Ausbilder spielt es keine Rolle, ob jemand diese und jene Yoga-Asana kann oder nicht, es geht nicht um solche Dinge. Ich kann jedem zeigen wie die Stellungen gehen, aber der wichtigste Punkt ist das zur Ruhe kommen und das beginnt mit dem ersten Schritt – sich zu fühlen, an sich zu arbeiten, an sich zu glauben, sich zu vertrauen!

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